DER ZWEITE AKT
	  DIE ZWEITE SZENE

Azzuro,  der  nicht  Gefahr  laufen   wollte,	stellvertretend   fuer	 einen
Menschenmann von den beiden Frauen zerrissen zu werden, liess sich  auf  einem
Ast neben Romeos Schulter nieder. Er betrachtete den Jungen mit  einem	Blick,
der bei Menschen immer erstaunte  Ausrufe  provoziert,	die  zumeist  nur  die
unertraegliche Arroganz  der  Menschen	kundtun:  _Sieht_  _er_  _nicht_  FAST
_intelligent_ _aus_?

Romeo hatte keinen Blick fuer Azzuro uebrig, denn  Julia  betrat  den  Balkon.
Offensichtlich hatte sie noch ein wenig Luft schnappen wollen,	bevor  sie  zu
Bett ging, denn sie trug nicht mehr als ein Nachthemd,	einen  Schal  und  ein
paar Tropfen Parfum.

"Sieh sie dir an.", hauchte Romeo atemlos. "Ist sie nicht wunderschoen?"

Azzuro verzichtete auf eine Antwort, denn ihm wurde bewusst,  dass  Romeo  ihn
nicht nach seiner Meinung gefragt hatte.

"Julia..." Er fluesterte ihren Namen nur. "Sie geht auf wie eine  Sonne,  also
muss da Osten sein.", meinte Romeo und deutete auf den Balkon.

"Es ist Norden, aber ich verstehe, was du meinst.", brummte Azzuro.

"Wenn sie ihren Schal fallen laesst, muss der Mond untergehen, denn dann  kann
er sich nicht mehr am Himmel halten."

"Und er kann nissst mehr an sssisss halten.", kicherte Wlad.

"Ich liebe sie und ich wuenschte, sie  wuesste  es.",  murmelte  Romeo.  "Dann
waeren ihre Augen Sterne am Himmel und ich ein... eine..." Er  blickte  Azzuro
an. "Wie heisst denn das Tier, das im Dunkeln jagt?"

"Fledermaus.", antwortete Azzuro.

"Genau. Ich waere dann nur zu gerne eine spitzohrige, lederflueglige,  haarige
und mueckenfressende Fledermaus."

Wlad pfiff schrill und wuetend. "Wenn er jetssst noch ssstinkend sssagt, werde
isss ihn beissssen!"

"Dann wuerde ich die Muecken fressen, die sie  stechen  wollen,  denn  niemand
ausser mir darf in ihre Naehe kommen, auch keine Muecke. Ach, warum  sagt  sie
denn nichts?"

"Vielleicht, weil sie nicht weiss, dass du  hier  bist  um  sie  zu  hoeren?",
vermutete Azzuro.

"Ja, ich bin auch wirklich zu dreist, mich einfach hier  in  ihrem  Garten  zu
verstecken und sie anzustarren wie ein Spanner."

Julia stuetzte ihre Ellbogen auf das Gelaender des Balkons und ihr Gesicht  in
die Haende. Der Schal klaffte auf und enthuellte eine unziemliche Menge  ihres
Ausschnitts, was Romeo zu einem weiteren tiefen Seufzer veranlasste.

"Ich wollte, ich waere dieser Schal!"

Azzuro, der sich immer noch nicht  entschliessen  konnte,  sein  Urteil  ueber
Julias Figur zu revidieren, laechelte mitleidig. "Wenn man so etwas mag."

"Ach, dumme Kraehe, was weisst du schon von Liebe!", sagte  Romeo  zornig  und
duckte sich vor Azzuros scharfem Schnabel. "Wenn  sie  doch  nur  etwas  sagen
wuerde."

Julia tat ihm den Gefallen. "Ach, wie dumm das doch alles ist."

Vor Freude ueber ihre Stimme begannen Romeos Haende zu zittern und der	Inhalt
ihrer Worte ging zum einen Ohr hinein und zum anderen hinaus, ohne  den  Umweg
ueber das Gehirn zu nehmen, wie es bei Verliebten haeufig der Fall  ist.  "Sag
noch etwas, meine Liebste, dann falle ich bestimmt in Ohnmacht."

Azzuro grinste. "Verkneif dir das  lieber,  denn  der  Laerm  wuerde  bestimmt
Aufmerksamkeit erregen."

Julia sah nachdenklich zu Ulo hinueber. "Oh, Romeo."

"Ich heisse Ulo, aber das macht nichts."

"Koenntest du einen  Moment  so  tun,  als  seist  du  Romeo?",  fragte  Julia
hoeflich.

"Sicher, wenn du dich dann besser fuehlst."

"Danke. Ach, Romeo, ich wuenschte, du waerest nicht Romeo."

"Warum das denn?", fragte Ulo verwirrt.

"Wenn du nicht Romeo waerest, dann waerest du auch  kein  Montague,  und  dann
koennte ich dich lieben, ohne dass mein Vater  einen  Herzanfall  bekommt  und
meine Mutter ihre Migraene."

Ulo nickte. "Hm, aber wer soll ich denn dann sein?"

"Ist doch egal. Wenn du ein Buergerlicher waerest, dann wuerde ich  aufhoeren,
Capulet zu sein. Dann koennten wir einfach so  zusammen  sein  und  uns  einen
Teufel um die Konventionen scheren."

"Und wenn meine Oma groesser gewesen waere, dann haettet ihr sie einen Drachen
geschimpft.", versetzte Ulo. "Nicht,  dass  sie  das  nicht  gewesen  waere.",
fuegte sie verschaemt hinzu.

"Was meinst du, soll ich ihr antworten?", fragte Romeo leise.

"Warte noch ein bisschen.", riet Azzuro.

"Verstehst du denn nicht? Die Capulets liegen mit den Montagues in Fehde, aber
Romeo ist Romeo ist Romeo ist Romeo, auch, wenn er nicht Romeo Montague ist."

"Nein, verstehe ich nicht.", antwortete Ulo.

"Der Name allein ist doch nicht der ganze Mensch. Wenn ich einen  Schweissfuss
Rose nenne, riecht er deswegen nicht besser.", erklaerte Julia.

Ulo nickte. "_Das_ verstehe ich."

"Ja. Und wenn Romeo nicht Romeo Montague waere,  sondern..."  Sie  ueberlegte.
"Hans Schmitz, so waere er immer noch der gleiche Mensch und ich  koennte  ihn
ohne Probleme lieben."

"Hans Schmitz?", fragte Romeo unten leise.

Azzuro grinste nur.

"Also, Romeo, vergiss den Namen, den  brauchst  du  nicht.  Statt  des  Namens
kannst du mich haben." Julia breitete theatralisch die Arme aus.

Romeo konnte sich nicht laenger zurueckhalten. "Gut, ganz wie du willst.  Wenn
du mich Hans Schmitz nennen willst, dann bin ich eben Hans Schmitz."

Julia wurde feuerrot. "Spanner!", schimpfte sie.

"Von mir aus auch Hans Spanner." Romeo zuckte die Schultern.

Ulo fiel vor Lachen vom Ast und fing sich wenige Zentimeter  ueber  dem  Boden
auf.

"Weiss er, was er da sagt?", fluesterte sie Azzuro zu.

"Wahrscheinlich nicht.", gab Azzuro zurueck. "Ist doch  auch  egal,  oder?  So
weggetreten, wie er im Moment ist, koennte sie ihn Hans Wurst  nennen  und  er
wuerde es lieben."

Julia beugte sich ueber die Bruestung des Balkons und der Schal  rutschte  ihr
noch weiter von den Schultern herunter. "Oh,  Moment,  wir  haben  doch  heute
abend miteinander gesprochen, nicht? Du hast  mich  mit  einem	Weihnachtsbaum
verglichen." Sie ueberlegte. "Dann bist du Romeo Montague."

Romeo gab sich alle Muehe, den Blick auf  ihr  Gesicht	gerichtet  zu  halten.
"Nein, denn du hast gerade  erst  beschlossen,  dass  ich  Hans  Spanner  sein
soll.", erklaerte er im Brustton der Ueberzeugung.

"Wie bist du ueberhaupt hierhergekommen?"

"Ueber die Mauer?" Romeo war sich seiner  Sache  nicht  voellig  sicher.  "Ja,
doch, ich bin ueber die Mauer geklettert."

Julia kannte die Mauer von ihren eigenen Exkursionen.  "Die  ist  ganz  schoen
hoch."

"Die Fluegel der Liebe haben mich hinuebergetragen."

"Wo hast du das denn gelesen?"

"Keine Ahnung, aber es klingt huebsch, nicht?"

"Ja, schon.", antwortete Julia. "Wenn meine Leute dich  hier  finden,  reissen
sie dir den Kopf ab."

"Oder etwas, das  du  mehr  vermissen  wuerdest.",  setzte  Azzuro  mit  einem
boshaften Grinsen hinzu.

Romeo wurde blass, doch dann besann er sich Julias und der Tatsache,  dass  er
bei ihr Eindruck machen wollte. "Ach, wird schon nicht so  schlimm  sein."  Er
zuckte mit den Schultern und  versuchte,  heldenhaft  auszusehen.  "Ich  liebe
dich, ich will dich, deine Verwandten sind mir egal."

"Du bist ein Holzkopf, wenn du keine Angst vor  ihnen  hast."  Azzuro  zwickte
Romeo spielerisch in  den  Oberschenkel  und  wich  geschickt  den  aengstlich
zugreifenden Haenden aus.

"Du bist in grosser Gefahr, wenn du hier bleibst.", meinte auch Julia.

"Ja, aber nicht deine Verwandten sind die Gefahr, sondern meine Augen."  Julia
erroetete leicht. "Hm, ich muss zugeben, dass es mir keineswegs  recht  waere,
wenn sie dich hier faenden."

"Waere doch ein romanreifer Tod, nicht? Wenn  du  mich  nicht  lieben  willst,
koennen sie mich haben, dann ist mir sowieso alles egal."

Ulo lachte. "Mir ist auch alles egal: Ich mache Schluss mit  eurem  Leben  und
rufe die Verwandten."

"Untersteh dich!" riefen Julia, Romeo, Azzuro und Wlad  wie  aus  einem  Mund,
beziehungsweise Maul oder Schnabel.

Julia griff beherzt zu und umfasste Ulos Schnabel. "Wirst du ruhig sein?"

"Mmmmm." Ulo schlug mit den Fluegeln.

"Na gut." Julia entfernte ihre Hand, bereit, sofort wieder zuzufassen,  sobald
Ulo tief Luft holte. "Woher wusstest du ueberhaupt, dass du mich  hier  finden
wuerdest?", fragte sie.

"Ich bin einfach der Nase nach gelaufen.", antwortete Romeo.

"Nur gut, dass du Julia gefunden hast und  nicht  die  Toilette.",  fluesterte
Azzuro ihm zu und genoss Romeos  tiefrotes  Gesicht,  das  in  der  Dunkelheit
regelrecht zu leuchten schien.

Auch Julia schien aehnlich Gedanken zu hegen, sprach sie allerdings nicht aus.
"Nur gut, dass du nicht sehen kannst, wie rot ich bin."

Ulo beaeugte kritisch Julias Gesicht und suchte die Roete vergeblich.

"Ich bin naemlich ein anstaendiges Maedchen.", fuhr  Julia  fort.  "Eigentlich
stehe ich nicht nachts auf zugigen Balkonen herum und rede mit Kraehen."

"Das kann ich bestaetigen." Ulo grinste boese, doch bevor  sie  weitersprechen
konnte, zog Azzuro ihr heftig am Schwanz.

"Ich weiss genau,  dass  ich  eigentlich  ein  bisschen  widerspenstiger  sein
muesste." Julia zog den  Schal  enger  um  die  Schultern  und  erntete  einen
enttaeuschten Blick von Romeo. "Aber, wenn ich ehrlich  sein  soll,  habe  ich
dazu ueberhaupt keine Lust. Das sind bloss Spielchen und ich mag nicht mit dir
spielen."

"Schade.", warf Romeo ein.

"Nein, nicht schade. Denn dadurch kann ich dir ganz offen sagen, dass ich dich
auch liebe. Denke ja nicht, ich sei ein Flittchen, weil ich so	ehrlich  bin."
Julia drohte Romeo scherzhaft mit dem Finger.

"Auch eine Art zu spielen.", murmelte Wlad vor sich hin.

"Wuerde mir niemals  einfallen.",  antwortete  Romeo  und  meinte  es  voellig
ehrlich.

"Ich muss  zugeben,  dass  du  mich  ziemlich  aus  der  Bahn  geworfen  hast.
Deinetwegen tue ich Dinge, die mir sonst nicht einfielen."

Romeo erroetete tief und wusste dazu nichts zu sagen.

Mit strengem Gesichtsausdruck fuhr Julia fort: "Wenn du mich wirklich  liebst,
dann..."

"Dann?", fragte Romeo atemlos.

"Dann sag mir, was du von mir erwartest."  Nun  war  die  Reihe  an  Julia  zu
erroeten. "Ich will dir den Gefallen tun und mich so verhalten, wie du es  von
einem anstaendigen Maedchen erwartest."

Romeo schlug sich rasch  alle  unanstaendigen  Gedanken  aus  dem  Kopf.  "Ich
schwoere dir..."

"Nicht schwoeren!" Julia erinnerte sich nur zu gut an die vielen Schwuere, die
sie in ihrem Leben getan hatte. Der Schwur, niemals wieder  Nougatpralinen  zu
essen, von denen  sie  Pickel  bekam,  war  nur  einer	davon  -  und  der  am
leichtesten gebrochene.

"Ja, aber..." Romeo ueberlegte angestrengt.  "Wenn  ich  dir  nicht  schwoeren
darf, dass ich dich liebe, was soll ich denn sonst tun? Ich meine..."

Julia unterbrach ihn wieder. "Ich weiss, was du  meinst.  Aber  wenn  du  mich
wirklich liebst, dann kann es nur einen Schwur geben, den ich akzeptiere."

Romeo schluckte. "Heirat?"

"Zack, schon hat sie dich." Azzuro kicherte. "Geh jetzt,  bevor  es  zu  spaet
ist! Oder noch besser: Renn!"

Doch Romeo war schon jenseits  aller  guten  Ratschlaege.  "Ja...",  sagte  er
gedehnt.

"Wunderbar." Julia schenkte ihm ihr strahlendstes Laecheln.  "Dann  kannst  du
dir aussuchen, wann und wo die Hochzeit stattfinden soll."

"Komm rein, Kindchen, da draussen holst du  dir  den  Tod.",  rief  Polly  von
drinnen.

Ulo lachte und stiess Wlad an. "Den Tod nicht, eher einen Ehemann."

"Das kann Polly doch nicht wissen.", gab Wlad kichernd zurueck.

"Warte einen Moment, ich will eben Polly beruhigen."  Julia  liess  den  Schal
fallen und verschwand nach drinnen.

"Umpf.", machte Romeo ueberwaeltigt. "Ich fasse es nicht."

"Ich auch nicht.", sagte Azzuro traurig. "Wie kannst du  dich  nur  so  leicht
einfangen lassen?"

"Wer hat denn hier wen gefangen?", fragte  Romeo.  "Ich  habe  doch  wohl  die
wunderbarste, schoenste, kluegste..."

"Ach du lieber Himmel!" Azzuro warf Romeo einen zutiefst entsetzten  Blick  zu
und verschwand in der Dunkelheit.

Julia tauchte wieder auf dem Balkon auf und legte sich ihren Schal  wieder  um
die Schultern. "Wenn du es allerdings nicht ernst meinst, dann bitte..."

"Julia!", rief Polly wieder.

"Jaja, ich komme ja schon!" Julia seufzte. "...ich dich, lass mich in Frieden.
Morgen schicke ich jemanden zu dir, der bei dir den Termin fuer  die  Hochzeit
abholen soll. Wenn du mir keinen Termin gibst, dann werde ich wohl bis an mein
Lebensende einsam und allein weinen." Die Vorstellung allein liess eine Traene
ueber ihre Wange laufen. "Und jetzt schlaf gut."

Romeo sog die feuchte Nachtluft durch die Nase und  bildete  sich  ein,  einen
Hauch ihres Parfums zu riechen. Bedauernd blickte er zu  Julias  Balkon  hoch,
der nun abgesehen von der Kraehe auf der Bruestung leer war. "Ach, Julia,  wie
gerne bin ich bei dir und wie traurig bin ich, weil  ich  jetzt  wieder  gehen
muss."

"Julia?" Ulo ueberlegte. "Ach so, ich verstehe. Na  gut,  dann  bin  ich  eben
jetzt Julia."

"Hm?", fragte Julia, die es im Zimmer nicht mehr ausgehalten hatte.

"Ach, nichts." Ulo rueckte zur Seite.

"Bist du noch da, Romeo?", fluesterte Julia. "Wie schade, dass  du  kein  Hund
bist und ich keine Hundepfeife habe, denn dann koennte ich  dich  rufen,  ohne
gleich die ganze Nachbarschaft rebellisch zu machen."

Wlad kicherte leise bei der Vorstellung von Romeo als Bernhardiner mit treuen,
schwermuetigen Augen und einem Faesschen um den Hals,  mit  dessen  Inhalt  er
sich waehrend der langen Nachtwachen vor Julias Fenster waermte.

"Romeo?" Julia rief nun ein wenig lauter.

"Ich bin schon da." Er sah zu Julias Balkon hoch. "Was soll ich tun?"

"Ihr die Zeitung und die Pantoffeln bringen.", murmelte Ulo und zwinkerte Wlad
zu.

"Wann kann ich denn meinen Boten zu dir schicken?"

"So gegen neun Uhr?", schlug Romeo vor.

"Gut. Aber ich wollte noch etwas anderes..." Auf ihrer Stirn bildete sich eine
steile Falte.

"Ich bleibe hier, bis es dir wieder einfaellt." Romeo schien von dem  Gedanken
sehr angetan zu sein.

Julia kicherte leise. "Dann erinnere ich mich nie mehr daran, weil du mich  so
voellig verwirrst und ich sowieso an nichts anderes als dich denken kann."

Romeo liess sich Julias Satz noch einmal durch den Kopf gehen und nickte,  als
er ihn begriffen hatte. "Dann bleiben wir  beide  hier  fuer  immer  und  ewig
stehen."

"Und verhungern.", warf Ulo voellig unpoetisch ein.

"Dann waerest du wie ein kleiner Hund, weisst du?  Immer,  wenn  du  mal  eben
aeh..." Julia zoegerte. "...einen Baum markieren willst, zoege ich  an  deiner
Leine, weil ich dich nicht alleine gehen lassen will."

"Das waere wunderschoen.", seufzte Romeo. "Ich waere gerne dein Hund."

"Ja, der Gedanke ist reizvoll." Julia rief eine Generalmobilmachung  fuer  die
gesamte Vernunft in ihrem Kopf aus. "Aber wahrscheinlich wuerde  ich  dich  so
schrecklich  verwoehnen,  dass	du  in	kuerzester  Zeit  wie  eine  Sofarolle
aussiehst und an Herzverfettung eingehst. Wenn du nicht bald gehst,  sage  ich
dir gute Nacht, bis die  Sonne	aufgeht,  und  mache  dann  mit  guten	Morgen
weiter." Sie laechelte, winkte ein letztes Mal und verschwand wieder in  ihrem
Zimmer.

Romeo sah ihr mit leeren Augen hinterher. "Wenn ich doch bloss ihr Bett waere,
oder ihre Bettdecke, dann koennte ich  die  ganze  Nacht  bei  ihr  sein."  Er
seufzte. "Es waere mir schon genug, wenn ich  ein  Traum  sein  duerfte,  dann
koennte ich die ganze Nacht in ihrem Kopf sein."

Ulo grinste. "In ihren Kopf will er bestimmt nicht hinein."

"Ferkel.", wies Azzuro sie zurecht.

"Nein, Kraehe. Ferkel haben keine Fluegel und sind auch nicht schwarz."

